"Spiegel-Print" - jetzt nicht mehr
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich lebe zur Zeit in Warschau und informiere mich unter anderem durch Ihr Magazin über die kommende Bundestagswahl in Deutschland.
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In Ihrem Artikel "Poltern und Pöbeln" der aktuellen Ausgabe (36/ 2005) schreiben Sie auf Seite 24 über den bayerischen SPD-Vorsitzenden, "er haue dieser Tage auf alle Konservativen drauf". Stiegler sagt laut Ihrer Zeitung über den ehemaligen Siemens-Chef Heinrich von Pierer: "Der habe bei Siemens "unglaubliche Probleme" hinterlassen. Pierers letzte Innovation sei "das Tischtelefon gewesen. Da ist der Lack längst ab."
Auf Seite 25 drucken Sie Fotos von den Eheleuten Schrödern und dem SPD-Politiker Stiegler ab und kommentieren diese Fotos mit dem Stiegler-Zitat "Da ist der Lack längst ab." Dies erweckt meines Erachtens beim schnellen Durchblättern des Spiegels den Eindruck, Herr Stiegler habe dies über die Eheleute Schröder gesagt. Erst nach aufmerksamer Lektüre des Artikels erschliesst sich, dass das Zitat Herrn von Pierer gewidmet ist.
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Ich bin weder SPD-Mitglied, noch andersweitig besonders an Herrn Stiegler, den Eheleuten Schröder oder an Herrn von Pierer interessiert. Mich ärgert jedoch, wie sie derart schlampig mit Zitaten und Bildunterschriften umgehen.
Mich ärgert zudem schon seit längerer Zeit Ihre tendenziöse, flapsige und selbstherrliche Berichterstattung. Ich werde Ihre Zeitung nicht mehr kaufen und auch nicht mehr lesen. Auch mein Abo an meinen Hauptwohnsitz in Deutschland werde ich abbestellen.
Mit freundlichen Grüssen,
tobistexte - 15. Sep, 22:54
Vollkommen richtig!
Da arbeiten Zeitschriften wie GEO daran, dass sich auch endlich außerhalb der Forscherkreise herumspricht, dass Wikinger nicht einfach nur blutrünstige und raubende Barbaren waren, die halb Europa inklusive Mittelmeerraum und Russland kurz und klein geschlagen haben, sondern dass es sich eigentlich um ein recht zivilisiertes Volk mit interessanter Kultur gehandelt hat.
Aber kaum nimmt man in Deutschland vermehrt Notitz von der rechtsradikalen Vikingjugend, welche sich, wie der Name schon vermuten läßt, eben an die alten Wikinger anlehnt, da stürzt sich der Spiegel auf eben jene, macht sie zur Titelstory und zerreist sie als blutrünstige Barbaren, die alles nur in Schutt und Asche legen konnten. Dies eben, um zu zeigen, auf was für böse Buben sich die kleinen Nazis berufen.
So was billiges! Was können denn die Wikinger dafür?
Da könnte ich mich stundenlang drüber aufregen!
Und wo du gerade "selbstherrlich" erwähnst. Fast grundsätzlich gilt bei der Filmkritik zu einem "Knüller": Den zerreißen wir. Den kritisieren wir in Grund und Boden. Wir sind ja Intellektuelle, die sich nicht wie das gemeine Volk von der Filmindustrie an der Nase herumführen lassen. Wir durchschauen das Machwerk nämlich und bemerken im Gegensatz zum 08/15-Zuschauer die fade Story, die sich hinter den Spezialeffekten verbirgt. Und wenn wir dazu auf die alte, längst ausgelutschte und seit Jahrzehnten widerlegte These zurückgreifen müssen, J.R.R. Tolkien´s "Herr der Ringe" beinhalte rassistische Tendenzen, dann stört uns das nicht weiter, weil jenes unserem blöden Leser ja eh nicht auffällt.
Ganz abgesehen davon, dass man den Artikeln manchmal anmerkt, dass der Film gar nicht gesehen wurde. Zerreissen kann man ihn ja trotzdem.